All pastes #901403 Raw Edit

Vermischtes

public text v1 · immutable
·published 2008-02-12 17:01 UTC
rendered paste body
Das Gedicht "Er ist's" von Eduard Mörike birgt eine tiefe Erwartungshaltung in sich, obwohl es sehr kurz und einfach geschrieben ist. Es besteht aus neun Verszeilen, die nicht in Strophen gegliedert sind. In der letzten Zeile spricht das lyrische Ich. Man freut sich auf die nächsten Zeilen, weil es schon gewiß ist, dass auch diese eine sehr positive Stimmung rüberbringen werden, das Gedicht lebt durch seine stets positiven Gedanken an den Frühling. Desweiteren liegen eine Reihe von Personifizierungen vor. Es beschreibt den Anfang des Frühlings, die Vorfreude auf das noch kommende und die dadurch veränderte Umwelt "Süße, wohlbekannte Düfte", "Veilchen träumen schon".
Der Autor schrieb dieses Gedicht während seiner praktischen Ausbildungsphase zum Pfarrer. Vielleicht auch als Ausdruck seiner Vorfreude auf die Ordination* in den Pfarrerdient.

Das Thema ist der Beginn des Frühlings mit seinen Reizen und Veränderungen. Es beginnt mit einer Metapher "Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte", welches ausdrücken soll, wie sich der helle blaue Himmel langsam vor den grauen der alten Jahreszeit schiebt. Auch kann es 
"Süße wohlbekannte Düfte" Hauptaugenmerk sollte auf wohlbekannte gelegt werden, denn dieses wirkt sich auch auf die nachfolgenden Zeilen aus. Es sagt aus das alles geschriebene schonmal erlebt wurde. Somit kann von Erfahrung gesprochen werden, die die Vorfreude nur noch mehr unterstreicht. und auch das der Frühling sich bald voll entfalten wird steht für ihn fest.
Mit "Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen." möchte der Autor sicher auch auf sein bewegtes Leben hinweisen. Er wechselte mehrmals seine Wohnorte, aber er war auch begeisteter Steimsammler und was für andere Veilchen bedeuten vermag für ihn ja wertvolle Steine gewesen sein.
Nach dem Sehen und Riechen implementiert der Autor nun auch den Sinn "Hören". "Horch, von fern ein leiser Harfenton!" Etwas zu hören hat auf den Menschen eine andere Wirkung wie etwas zu sehen. Etwas sehen lässt immer noch einen gewissen Abstand zu, aber etwas hören dringt direkt in unseren Gehörgang ein. Dann weiß man wirklich "etwas ist vorhanden" genau wie im Gedicht "Frühling, ja du bist's!". "Dich hab' ich vernommen" mag als Abschluss dazu dienen das Wissen, welches der Autor schon zu Anfang hatte zu betonen.

Der Text ist durchgehend in einem Stil geschrieben, der eigentlich keinen Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen des Autors zulässt. Trotz seiner Einfachkeit lässt sich vieles herausinterpretieren und neu auslegen.


*
Ordination ist eine gottesdienstliche Handlung in christlichen Kirchen und im Judentum, durch die Menschen (in katholischen, orthodoxen und in vielen Freikirchen nur Männer) zum geistlichen Amt gesegnet, geordnet und gesandt werden