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Someone

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#29724 ·published 2005-11-20 20:44 UTC
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Sie sah wie eine kleine Puppe aus, aber sie ist die Ursache dafür, dass ich schaudere wenn ich an meine Jahre als Au-pair denke. 

Ich hatte gerade meine Abitur gemacht als ich nach Deutchland kam. Erst bin ich nach Wilhelmshaven gefahren, zu meine Freundin die da wohnte. Wir haben uns in Schweden kennengelernt, als sie eine Austauschschülerin an meinem Gymnasium war. Sie hatte mir versprochen dass ich bei ihrer Familie wohnen könnte. Ich wollte nämlich eine Arbeit finden und ein Jahr was anders machen bevor ich an der Universität anfing. Diesen Sommer hatte ich in einem Altersheim gearbeitet, deshalb habe ich auch eine Bewerbung zu einem geschickt. Ich bin sogar zu einem Interview gegangen. Aber ich bin so schüchtern gewesen, dass ich kaum etwas gesagt habe. So habe ich selbstverständlich keinen Job gekriegt. Nach ein paar wochen ist es ganz langweilich geworden bei Geertje. Sie war den ganzen Tag in der Schule gewesen, und ihre Mutter auch, weil sie eine Lehrerin ist. Ich habe im Internet gesucht und eine Au-pair-Vermittlung gefunden. Ich habe also zwei Wochen versucht deutsch zu reden und auch gemerkt, dass es nicht einfach ist. Darum habe ich eine Schwedische Familie angerufen. Die Familie wohnte in Frankfurt und wir haben lange am Telefon gesprochen, im Gegensatz zum Interview im Altersheim! 

Ich bin mit dem Zug nach Frankfurt gefahren und der Vater holte mich vom Bahnhof ab. Alles war wirklich prima. Ich habe sogar in einer eigenen Wohnung im Keller gewohnt, mit Bad und Küche. Es gab zwei Kinder in der Familie. Eine Tochter, die vier Jahre alt war und ein Sohn, der nur einen Monat alt war, als ich kam. Die Familie hatte noch nie ein Au-pair gehabt und die Mutter ist früher Zuhause mit der Tochter gewesen. Jetzt hatte sie also noch ein Kind gekriegt und darum keine zeit für die Tochter. Was die Tochter anbetrifft wollte sie keinen Bruder haben und lieber ihre Mutter als ein Au-pair. Ich bin also nicht besonders populär gewesen. Es war wirklich schwer Grenzen zu setzen für dieses kleine Mädchen wenn sie immer ihre Mutter anrief wenn sie nicht ihren Willen bekam. Mit dem Sohn ist es viel besser gewesen. Wir haben jeden Morgen einen langen Spaziergang mit dem Kinderwagen gemacht und danach Kinderlieder gehört und mit dem Baby gespielt. Die Mutter war meisterns am Vormittag nicht da und die Tochter ist im Kindergarten gewesen.

Nach ein paar Monaten habe ich gemerkt, dass man nicht so viel Deutsch lernt, wenn man in einer schwedischen Familie arbeitet und nur andere schwedische Au-pairmädchen trifft. Die Nachbarsfamilie ist nämlich auch schwedisch und haben sogar ein Au-pair aus Schweden. Ich habe ausserdem schreckliches Heimweh gehabt. Jeden Tag habe ich mindestens einen Brief nach Schweden geschrieben, und jeden tag habe ich Briefe bekommen. In Oktober haben wir angefangen die Tage zu zählen, bis Weinachten. Ich habe nämlich drei wochen Ferien gehabt. Für den 17 Dezember habe ich eine Busfahrkarte gehabt. Ich sehne mich so nach diesem Tag. Ein Tag vorher sind wir in einem Restaurant gewesen, um die Heimreise zu feiern. Ungefähr vier Stunden später bin ich krank geworden. Lebensmittelvergiftung, so ich konnte nicht mit dem Bus fahren. Ich bin so traurig gewesen! Ich habe meine Eltern angerufen und sie haben gesagt: "Können wir keinen anderen Bus, oder Flug finden, dann holen wir dich!" Nach ein paar Tagen ging es mir endlich wieder besser und ich konnte nach Hause fahren.

In diesen Wochen habe ich viel überlegt und schließlich entschieden, dass ich eine deutsche Familie haben wollte. Wieder in Frankfurt hat es ein paar wochen gedauert bis ich eine neue Familie gefunden hatte. Sie wohnten in einem kleinen Dorf nördlich von Frankfurt. Da wohnte nämlich schon eine Freundin von mir. In diese Familie sind die Kinder älter, sieben und zehn Jahre alt. Sie sind keine typische Au-pairfamilie, die reich und elegant war sondern genau das Gegenteil. Am anfang habe ich gedacht es passt mir besser aber danach habe ich verstanden dass sie wirklich komisch waren... Ich habe gefragt ob ich einen Abend in der Woche an einem Deutschkurs teilnehmen könnte. Das war nicht okay, weil ich vieleicht auf die Kinder aufpassen müsste. Das ist zwei mal in vier Monate passiert. Ich habe überhaubt nicht viel auf die Kinder  aufgepasst. Sie sind in der Schule gewesen und oft bei Freunden nach der Schule. Aber wir haben fast jeden Tag zusammen die Hausaufgaben gemacht. Das hat spass gemacht! Ich habe viel mehr Geduld als die Mutter gehabt, die fast immer anfing zu schreien, wenn die Kinder etwas nicht konnten. Zweimal hat sie auch den Sohn geschlagen. Ich bin wirklich erschrocken. Ich wüsste nicht was ich sagen sollte. Diesen Abend bei dem Abendbrot wollte er lieber bei mir sitzen und hat zu seiner Mutter Gesagt „Hanna schlägt mich nicht“. Ihre antwort war „Klar, sie würde aber, wenn du sowas gemacht hast“. Dann habe ich nein gesagt und erklärt das es in Schweden verboten ist, Kinder zu züchtigen und dass ich niemals schläge bekommen habe.

Die Eltern haben auch wirklich gute Sachen gemacht. Sie sind nämlich Notpflege-eltern. Spät am Abend sind drei Kinder zu uns gekommen, vier, fünf und sieben Jahre alt. Ihre Mutter wurde von der Polizei geholt und die Kinder brauchte irgendwas zum wohnen während sie auf einen Kinderheimplatz oder andere Pflegeltern warteten. Sie sind unterernährt gewesen und wir haben verstanden, dass sie fast immer alleine zuhause mit dem Fernseher gewesen sind. Sie haben bei uns ungefähr einen Monat gewohnt. Als ich zum ersten mal mit ihnen zum Spielplatz gegangen bin, wüssten sie nicht wie man schaukelt! Nach einem Monat wurden sie zu einem Kinderheim geschickt. Wir haben alle viel geweint...   

Dann ist alles wieder normal geworden. Vormittags habe ich aufgeräumt, gebügelt, staubgesaugt, die Toiletten saubergemacht und die Schildkröte gefüttert. Ich habe wieder heimweh gehabt und wenn meine Freundin ihrem Job verloren hat und ihre Heimreise plante, wollte ich auch nach Schweden fahren. Die Familie hatte Verständniss und weil ich nicht unentbehrlich war, konnte ich mit Therese nach Schweden fahren. Ich habe es wie eine Überraschung gemacht. Ich habe also nichts zu meinen Eltern oder Freunden gesagt. Ich bin nur nach Hause gefahren, erst mit dem Bus und danach mit Thereses Eltern. Mein Vater sah so lustig aus als er die Tür aufmachte und mich endeckte! Ich bin im Mai wieder nach Hause gekommen, einen Monat zu früh. 

Schliesslich kann ich sagen dass ich so etwas nie wieder machen würde, aber ich habe viel über Kindererziehung und Haushalt gelernt. Ich würde gern wieder in Deutschland wohnen, aber als was anderes arbeiten oder als Austauchschülerin. Ich finde nämlich, dass Deutschland ein schönes Land ist!