Gute Ideen, teilweise sehr gute Einstellungen. Passender Soundtrack, gute schauspielerische Leistungen, größtenteils sehr authentisch.
Schnitt teilweise brillant, vor allem am Anfang aber ein komischer Videoeffekt, der eingefügt wurde, wo das Bild absichtlich stottert, wie in nem Krimiflashback, wenn der Fall aufgeklärt wird - fand ich eher unpassend.
Ende lässt mich kotzen, klischeehafter geht's ja nicht und dann noch die obligatorische Bollywood-Tanzszene am Ende nur eine nichtssagende Hülle. Davor habe ich ernsthaft über die Symbolik des Filmes nachgedacht, hauptsächlich das Quiz. Das Ende zerstört es ein wenig, aber natürlich lässt das den Rest des Filmes unberührt (bin auch bereit, das Ende zu ''vergessen'').
Fazit: Solide bis gut, aber ob's für den Oscar qualitativ wirklich reicht ? Naja, die Verleihung überrascht mich nicht, thematisch natürlich perfekt für die Academy und deren Vorlieben.
Die anderen Nominierten vor zwei Jahren waren:
Frost/Nixon - Sehr guter Film.
Milk - Mit Sean Penn, habe ich noch nicht gesehen, leider.
Der seltsame Fall des Benjamin Button - Steht im Regal, muss ich mal einlegen.
Der Vorleser - Habe das Buch, aber noch nicht gelesen. Ohne den Film gesehen zu haben, weiß ich, dass er der krasse Außenseiter war, wahrscheinlich zurecht.
Ich kann also nur Frost/Nixon mit Slumdog vergleichen und es ist ein asymmetrischer Vergleich. Frost/Nixon ist viel ruhiger, gemäßigter, auf Dichte aus, nicht auf Feuerwerk. Also eigentlich das Gegenteil zu Slumdog. Ob Frost/Nixon der bessere Film ist ? In meinen Augen sicherlich. Aber so voraussehbar die Entscheidung der Academy war, sie war auch wagemutig, schätze ich. Letztendlich sehe ich es nicht als ungeheure Ungerechtigkeit, auch wenn ich anders entschieden hätte.